Kletterhilfen
Kletterhilfen müssen verschiedenen Anforderungen genügen. Sie müssen standsicher und dauerhaft sein und dürfen die Verkehrssicherheit nicht gefährden. Die Statik muss auf die Bepflanzung und das spätere Gewicht abgestimmt sein. Die Ansprüche der gewünschten Pflanze und ihre Kletterform spielen ebenso eine Rolle bei der Wahl der richtigen Kletterhilfe wie die Lebensdauer oder Farbe. Letztendlich geht es um die Kosten für Anschaffung, Montage und Unterhalt der Kletterhilfe.
Bei der Statik sind die Lasten der Kletterhilfe und dem Befestigungsmaterial, das Gewicht der Pflanzen, Schnee-, Eis- und Windlast sowie Kräfte und Spannungen die sich durch Witterungseinflüsse und Dickenwachstum ergeben, zu berechnen. Auf eine ausreichende Dimensionierung der Befestigungsmaterialien ist ebenso zu achten.
- Kunststoff
Neben den mechanischen Eigenschaften ist auf eine UV-Beständigkeit zu achten.
- Glasfaserverbundstoff (GFK)
Glasfaserverbundstoffe bestechen durch hohe Festigkeit, ihr geringes Gewicht und die gute Pflanzenverträglichkeit. Verschiedene Farbvarianten sind möglich. Es werden fertige Gitter angeboten. Oder man setzt Stäbe aus GFK selber zu Gittern zusammen.
- Metall
Wichtig ist der Einsatz korrosionsbeständiger Werkstoffe. Eine Ummantelung mit Kunststoff ist ebenfalls möglich. Zum Einsatz kommen unter anderem Rankbalken, Rankmatten, Stangen, Rohre, Gitter, Stahlseile und Draht. Nicht gänzlich geklärt scheint in der Fachwelt die Möglichkeit von Frostschäden von voll auf dem Metall aufliegenden Pflanzen. Hohe Temperaturen können die Spitzen der Triebe schädigen, zu einer Verlangsamung des Wachstums beitragen oder zu frühen Welkerscheinungen führen.
- Holz
Holzschutzmittel, wie z. B. Öl, kann auf hellen Wandoberflächen zur Fahnenbildung führen. Ist das Holz ungeschützt, begrenzt sich je nach Qualität und Bewitterung die Lebensdauer. Die Belastbarkeit der Konstruktion nimmt mit dem Querschnitt ab. Astlöcher bei dünnen Latten können die Bruchsicherheit herabsetzen.
Der Abstand zur Wand muss so gewählt werden, dass sich die gewünschte Pflanze ihrer Art entsprechend um die Kletterhilfe winden und ranken kann. Je nach Triebdurchmesser der größten Pflanze sind 2 cm mehr Abstand zu Wand zu wählen. Die `Richtlinie für die Planung, Ausführung und Pflege von Fassadenbegrünungen mit Kletterpflanzen` sieht je nach Art der Pflanze Mindestabstände von 10 - 20 cm von der Kletterhilfe zur Wand vor. Kletterhilfen für Rosen sollten 15 cm Abstand haben, da der Pflegeaufwand hoch ist und Schnittgut so leichter entfernt werden kann.
Kletterhilfen sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dabei sind die Befestigungspunkte, Spannschlösser und Seilspannung zu beachten. Eine augenscheinliche Überprüfung nach Deformationen und anderen offensichtlichen Problemen ist obligatorisch.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.fassadenbegruenung.de
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